Dinslaken
Dinslaken, Germany

Schürfgruben (Sondierbohrungen) in Dinslaken – Aufschlüsse, die wirklich weiterhelfen

Wenn der Tieflöffelbagger an der Hünxer Straße oder in Bruch die erste Schaufel aushebt, beginnt für uns die eigentliche Arbeit. Eine Schürfgrube ist kein bloßes Loch – sie ist ein kontrollierter Fensterausschnitt in den Untergrund Dinslakens. Unsere Bohrteams rücken mit einem radmobilen Rammkernbohrgerät an, oft ergänzt durch einen Minibagger für flachere Aufschlüsse bis etwa 4 Meter. Die Niederterrassen des Niederrheins, die am Rotbach und entlang der Emscherauen anstehen, zeigen hier meist wechselhafte Abfolgen aus Auenlehm, sandigen Kiesen und gelegentlich torfigen Linsen. Genau deshalb braucht man vor der Bodenplatte mehr als nur einen flüchtigen Blick in die Baugrube. Wir dokumentieren jede Schicht direkt vor Ort, entnehmen gestörte und ungestörte Proben und ergänzen die Schürfgruben-Sondierung bei Bedarf mit einer tieferen Sondierbohrung (SPT), sobald die quartären Kiese in größerer Tiefe erkundet werden müssen.

Eine Schürfgrube in Dinslaken zeigt oft drei Meter quartären Wechsellagerungen – darüber entscheidet sich das gesamte Gründungskonzept.

Angewandte Methodik in Dinslaken

Ein typischer Fehler, den wir in Dinslaken immer wieder sehen: Die Ausschreibung sieht nur eine Baggerschürfe vor, aber niemand prüft die Konsistenz der darunterliegenden Schicht. In Hiesfeld und Oberlohberg haben wir mehrfach erlebt, dass unter einer steifen Lehmdecke eine weiche, fast breiige Auenlehmlinse lag – und das ausgerechnet dort, wo später ein Streifenfundament für ein Mehrfamilienhaus lasten sollte. Die DIN 4020 verlangt hier eine systematische Bodenansprache, die unsere Ingenieure mit dem Fingerpröbchen, der Taschensonde und dem Trocknungsversuch im Feldlabor ergänzen. Eine Schürfgrube liefert uns ungestörte Zylinderproben für den Triaxialversuch im Labor, mit dem wir die Scherfestigkeit des Tonmergels aus den tertiären Schichten bestimmen, die unter den quartären Kiesen anstehen. Parallel dazu sichern wir die aufgeschlossene Wand mit einem Grabenverbau, denn die Uferzonen der alten Rheinarme hier sind grundwasserbeeinflusst und zum Teil setzungsempfindlich – eine Kombination, die wir mit der Korngrößenanalyse und den Atterberg-Grenzen im Nachgang genau auflösen.
Schürfgruben (Sondierbohrungen) in Dinslaken – Aufschlüsse, die wirklich weiterhelfen
Schürfgruben (Sondierbohrungen) in Dinslaken – Aufschlüsse, die wirklich weiterhelfen
ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefe (Bagger)bis 4 m (bei standfestem Boden)
Erkundungstiefe mit Rammkernsondebis 15 m (durchgehend)
Probendurchmesser (ungestört)100–120 mm (Zylinderprobe)
DokumentationSchichtenprofil nach DIN EN ISO 14688
GrundwasseranschnittDokumentation mit Lichtlot + Ausbau zu Pegel möglich
FeldversucheTaschensonde, Handflügelsonde, Kugelfallversuch

Kritische Bodenfaktoren in Dinslaken

Dinslaken zählt rund 67.000 Einwohner und liegt mit seinem Stadtgebiet zwischen 20 und 65 Metern über NHN – ein Terrain, das durch die Emscherniederung und die Ausläufer der Niederrheinischen Sandplatten geprägt ist. Die größte Gefahr bei unzureichender Erkundung ist hier nicht der spektakuläre Böschungsbruch, sondern der schleichende Setzungsschaden. In den tieferen Lagen um die Emscher und den Rotbach tritt häufig organischer Weichschlick auf, der unter Auflast kriecht und jahrelang nachsackt. Wir haben in einem Fall nahe dem Trabrennbahn-Gelände gesehen, wie ein nicht erkannter Torflinsenhorizont zu Rissen in einer erst fünf Jahre alten Bodenplatte führte. Eine einzige Schürfgrube mit fachgerechter Probenahme hätte das vermieden. Bei Projekten in Hanglage am Tenterweg oder in Eppinghoven ergänzen wir die Schürfgruben deshalb routinemäßig mit einer Böschungsstabilitätsbetrachtung, weil die quartären Terrassenkanten bei Starkregen zu Kriechbewegungen neigen.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung – Probenentnahme, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 14688: Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DGGT-Empfehlung Nr. 4: Schürfe und Schürfgruben

Unsere Leistungen


Unsere Schürfgruben-Konzepte in Dinslaken sind kein Standard von der Stange, sondern orientieren sich an dem, was der Niederrhein-Untergrund tatsächlich verlangt – und was Ihr Bauvorhaben an Sicherheit braucht.

Schürfgrube mit Baggerschaufel

Klassischer Fensteraufschluss bis 4 m Tiefe für Baugrundbeurteilung. Wir fahren die Grube so, dass Sie Schichtgrenzen, Grundwasserzutritte und die Lagerungsdichte direkt sehen – dokumentiert nach DIN 4022-1.

Sondierbohrung mit Rammkernrohr

Wo der Bagger nicht mehr weiterkommt, setzen wir die Rammkernsonde an. Tiefenprofile bis 15 m, durchgängige Kerngewinnung, ideal für die Erkundung der quartären Sande und Kiese unterhalb der Auenlehmschicht.

Probenahme und Laborübergabe

Gestörte Proben für Klassifikationsversuche, ungestörte Zylinderproben für Triaxial- oder Kompressionsversuche. Der Transport ins Labor erfolgt in verschlossenen Probenbehältern mit Feuchtigkeitsschutz.

Baugruben-Dokumentation und Fotodokumentation

Lückenlose Schichtenaufnahme mit Maßband, Neigungsmesser und Kamera. Sie erhalten ein bemaßtes Aufschlussprofil mit Bodenarten, Konsistenzen und allen Auffälligkeiten – abgestimmt auf die Anforderungen des Baugrundgutachters.

FAQ

Wie tief muss eine Schürfgrube in Dinslaken für ein Einfamilienhaus reichen?

Für ein Standard-Einfamilienhaus mit Keller reichen in der Regel 3 bis 4 Meter ab Geländeoberkante. Entscheidend ist, dass die Gründungssohle und die darunterliegende Schicht mindestens 1 Meter tief aufgeschlossen werden. In den Auenbereichen um die Emscher gehen wir oft tiefer, weil dort mit organischen Lagen zu rechnen ist.

Was kostet eine Schürfgrube mit Dokumentation in Dinslaken?

Für eine Baggerschürfgrube mit vollständiger Schichtaufnahme, Fotodokumentation und Probenahme müssen Sie in Dinslaken mit €500 bis €850 rechnen. Der Preis variiert je nach Tiefe, Zugänglichkeit des Grundstücks und ob ein Minibagger separat angemietet werden muss. Kommen Laborversuche hinzu, rechnen wir diese nach Aufwand ab.

Benötige ich für die Schürfgrube eine wasserrechtliche Erlaubnis?

Nicht für die Schürfgrube selbst, aber sobald Sie einen temporären Grundwassermesspegel in der Grube belassen oder das anstehende Grundwasser abpumpen wollen, brauchen Sie eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Wesel. Wir beraten Sie, ob das in Ihrem Fall nötig ist.

Kann eine Schürfgrube auch bei beengten Platzverhältnissen in der Dinslakener Innenstadt ausgeführt werden?

Ja, wir arbeiten dann mit einem Kompaktbagger oder einer handgeführten Rammkernsonde. In Hinterhöfen oder schmalen Zufahrten an der Duisburger Straße haben wir schon Aufschlüsse mit weniger als 2 Metern Arbeitsraumbreite durchgeführt. Wichtig ist, dass die Baugrube standsicher geböscht oder verbaut wird – das klären wir vor Ort.

Wie lange bleibt die Schürfgrube offen und wie wird sie verfüllt?

In der Regel bleibt die Grube wenige Stunden offen – so lange, wie wir für die Aufnahme und Probenahme brauchen. Anschließend verfüllen wir sie lagenweise mit dem Aushubmaterial und verdichten jede Lage. Wenn Sie die Grube länger offen halten wollen, etwa für eine Baugrundabnahme durch den Prüfingenieur, sprechen wir das vorher ab.

Abdeckung in Dinslaken