Die DIN 4020 verlangt für jedes Baugrundgutachten eine zuverlässige Klassifikation des Bodens, und in Dinslaken ist das mehr als ein formaler Akt. Die Stadt liegt am Übergang der Niederterrassen des Rheins zur Lippeaue, was bedeutet, dass unter einer oft tragfähigen Deckschicht aus Sanden und Kiesen plötzlich feinkörnige, bindige Auenlehme anstehen können. Eine reine Siebung nach DIN EN ISO 17892-4 reicht hier selten aus, denn sobald der Feinkornanteil über 10 % liegt, wird die Kombination mit dem Aräometerverfahren zwingend. Wir führen die vollständige Korngrößenanalyse im akkreditierten Labor durch und liefern die Körnungslinie, die der Tragwerksplaner für die Setzungsberechnung und den Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch benötigt. Gerade im Stadtteil Eppinghoven, wo der Rhein früher mäandrierte, haben wir in einer einzigen Sondierung drei verschiedene Bodenarten angetroffen. Die Korngrößenanalyse ist das Werkzeug, das diese Wechsel sichtbar macht und die Grundlage für eine wirtschaftliche Gründung bildet. Bevor teure Tiefgründungen geplant werden, klärt die kombinierte Analyse den tatsächlichen Fein- und Grobkornanteil und schafft die nötige Planungssicherheit.
Die gleichzeitige Sieb- und Aräometeranalyse liefert eine Körnungslinie, die für die Frostsicherheit nach ZTV E-StB und die Filterbemessung nach Terzaghi unverzichtbar ist.
Angewandte Methodik in Dinslaken

Kritische Bodenfaktoren in Dinslaken
Dinslaken ist geologisch ein Kind des Rheins und der Lippe. Die historische Entwicklung der Stadt zeigt, dass die Besiedlung stets den hochwassersicheren Terrassenkanten folgte, während die tieferen Auenbereiche erst im 20. Jahrhundert bebaut wurden. Genau diese jüngeren Siedlungsflächen bergen das größte geotechnische Risiko: Wechsellagerungen aus sandigen Hochflutablagerungen und tonig-schluffigen Stillwassersedimenten, die auf kurzer Distanz ihre Korngrößenverteilung komplett ändern können. Ein Bauherr, der hier auf eine einfache Feldansprache vertraut, riskiert Fehleinschätzungen der Tragfähigkeit und Setzungsdifferenzen, die später Risse im Bauwerk verursachen. Die Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer deckt diese Inhomogenität zuverlässig auf. Ein weiteres Problem in der Region ist die Sulfatverwitterung in den tertiären Tonen, die bei Wasserzutritt zu Treiberscheinungen führen kann – auch hier ist die genaue Kenntnis der Kornfraktion entscheidend für die Wahl des Zements. Wir haben in den Auebereichen nördlich der B8 schon mehrfach Bodenprofile untersucht, bei denen erst die Aräometeranalyse die tatsächliche Plastizität des Feinkorns offenbarte und damit eine Neubewertung der Gründung erforderlich machte. Ohne diese kombinierte Analyse wäre die Standsicherheit des Bauwerks ein Glücksspiel gewesen.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum in Dinslaken deckt die Korngrößenanalyse in allen notwendigen Varianten ab – von der einfachen Sieblinie für gut abgestufte Sande bis zur vollständigen kombinierten Analyse für bindige und gemischtkörnige Böden. Jede Analyse wird von einem erfahrenen Laboringenieur ausgewertet und in einem normgerechten Prüfbericht dokumentiert.
Kombinierte Sieb- und Aräometeranalyse
Vollständige Korngrößenverteilung von 63 mm bis 0,001 mm mit Waschsiebung und Aräometerverfahren nach DIN EN ISO 17892-4. Inklusive Körnungslinie, Cu/Cc-Werten, Bodenklasse nach DIN 18196 und Frostempfindlichkeitsklasse. Empfohlen für alle Böden mit sichtbarem Feinkornanteil im Raum Dinslaken.
Siebanalyse für grobkörnige Böden
Trocken- und Nasssiebung für Sande und Kiese der Rheinterrassen. Bestimmung des Ungleichförmigkeitsgrads und der Durchlässigkeitsbeiwerte nach Hazen und Beyer. Anwendung bei der Bettungsmodulermittlung für Flachgründungen und der Prüfung von Filterstabilität.
FAQ
Wann ist in Dinslaken eine Aräometeranalyse zusätzlich zur Siebung erforderlich?
Sobald der Feinkornanteil < 0,063 mm augenscheinlich über 10 % liegt oder bindige Eigenschaften erkennbar sind, schreibt die DIN EN ISO 17892-4 die kombinierte Analyse vor. In den Auenbereichen Dinslakens ist das fast immer der Fall, da hier schluffige und tonige Lagen in die Sande eingeschaltet sind. Die Aräometeranalyse ermittelt die Kornverteilung im Schlämmkornbereich bis 0,001 mm und ist die Basis für die Bestimmung der Plastizität und der Frostempfindlichkeitsklasse.
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer?
Die kombinierte Analyse bewegt sich bei uns im Bereich von 100 bis 180 Euro pro Probe, abhängig vom Umfang der Sieblinie und dem Aufwand der Aräometeranalyse. Bei mehreren Proben aus einem Bauvorhaben können wir günstigere Staffelpreise anbieten. Der Preis beinhaltet den vollständigen Prüfbericht mit Körnungslinie und Bodenklassifikation.
Wie viel Probenmaterial wird für die Analyse benötigt?
Für eine kombinierte Sieb- und Aräometeranalyse benötigen wir rund 3 bis 5 kg gestörte Bodenprobe in einem luftdicht verschlossenen Beutel. Bei rein grobkörnigen Böden reichen etwa 2 kg. Wichtig ist, dass das Material nicht vorgetrocknet ist, da die natürliche Feuchte für die Dispergierung beim Aräometerversuch relevant sein kann.
Welche Aussagen ermöglicht die Korngrößenanalyse für die Gründungsplanung?
Die Körnungslinie liefert die Bodenklasse nach DIN 18196, den Ungleichförmigkeitsgrad Cu und die Krümmungszahl Cc. Daraus lassen sich Verdichtbarkeit, Frostempfindlichkeit und Durchlässigkeit ableiten. Für die Gründung in Dinslaken ist besonders die Frostklasse entscheidend, da bindige Auenböden schnell F3 erreichen und dann eine tieferliegende frostfreie Gründung erfordern.