Dinslakens Verkehrsinfrastruktur wurde über Jahrzehnte durch industrielle Logistik und den Ausbau der Wohnquartiere entlang der alten Hansewege geprägt. Die rund 67.000 Einwohner der Stadt am unteren Niederrhein bewegen sich auf einem Netz, dessen Untergrund von den sandig-kiesigen Ablagerungen der Niederterrasse dominiert wird. Diese geologischen Gegebenheiten schaffen einen grundsätzlich tragfähigen, aber stark wasserdurchlässigen Baugrund, der bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen eine präzise Dimensionierung der Asphaltschichten erfordert, damit keine strukturellen Schäden durch dynamische Lastwechsel entstehen. Wer in Dinslaken eine Erschließungsstraße, einen Logistikhof oder einen verkehrsberuhigten Bereich plant, benötigt eine rechnerische Dimensionierung, die über pauschale Regelaufbauten hinausgeht und die lokalen Materialkennwerte der Gesteinskörnungen einbezieht. Ergänzend zur Oberbauanalyse kann eine SPT-Bohrung die Tragfähigkeit des Planums in tieferen Lagen klären.
Die Mehrschichttheorie nach Burmister erlaubt die lastgerechte Dimensionierung flexibler Fahrbahnen ohne Überdimensionierung.
Angewandte Methodik in Dinslaken

Kritische Bodenfaktoren in Dinslaken
Ein Logistikzentrum an der Hünxer Straße zeigte nach drei Betriebsjahren ausgeprägte Spurrinnen in den Ladezonen, obwohl der Regelaufbau nach Belastungsklasse Bk3,2 gewählt worden war. Die Ursache lag in einer unzureichenden Verdichtung der Frostschutzschicht auf dem sandigen Planum, kombiniert mit Staunässe durch fehlende Querneigung. Bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen wird das Risiko solcher Verformungen durch eine realitätsnahe Ermittlung der Poissonzahl des Untergrunds und die Berücksichtigung von Langsamverkehr minimiert. Kritisch sind in Dinslaken die Übergänge zwischen gewachsenem Terrassenkies und anthropogenen Auffüllungen, die unter den ehemaligen Zechenflächen vorkommen. Ohne eine homogene Tragschicht entstehen differenzielle Setzungen, die die Asphaltschichten auf Biegung beanspruchen. Die Bemessung muss deshalb für solche Wechselzonen eine erhöhte Sicherheit gegen Ermüdungsrisse vorsehen.
Unsere Leistungen
Die Leistungen zur Fahrbahnbemessung umfassen die Baugrunderkundung im Feld, die labortechnische Materialprüfung und die rechnerische Dimensionierung der Asphaltschichten für Neubau und Erhaltung.
Rechnerische Dimensionierung nach RDO Asphalt
Aufbau einer Finite-Elemente- oder Mehrschichtberechnung mit Eingangswerten aus CBR-Tests und dynamischen Spaltzugversuchen, um Nutzungsdauern von 30 Jahren nachzuweisen.
CBR-Prüfung und Tragfähigkeitsbewertung
Ermittlung des California Bearing Ratio an ungestörten Proben oder direkt auf dem Planum, mit Korrelation zum dynamischen Verformungsmodul Ev2.
Asphaltmischgutanalyse und Kontrollprüfungen
Extraktion des Bindemittels, Marshall-Stabilität und Hohlraumgehalt zur Qualitätssicherung des eingebauten Asphalts gemäß TL Asphalt-StB.
FAQ
Welche Belastungsklasse benötigt eine Wohnstraße in Dinslaken?
Für Anliegerstraßen ohne Schwerverkehr ist meist die Belastungsklasse Bk0,3 ausreichend. Sammelstraßen mit Busverkehr erfordern hingegen Bk1,8 oder höher. Die genaue Einstufung ergibt sich aus der Verkehrszählung und der daraus abgeleiteten dimensionierungsrelevanten Beanspruchung nach RStO 12.
Können Sie die Bemessung auch für bestehende Fahrbahnen durchführen?
Die Bewertung bestehender Befestigungen erfolgt über Tragfähigkeitsmessungen mit dem Falling Weight Deflectometer und ergänzende Bohrkernentnahmen. Auf Basis der Restsubstanz wird eine dimensionierte Verstärkung oder ein Tiefeinbau geplant, der die örtlichen Materialeigenschaften ausnutzt.
Was kostet eine Fahrbahnbemessung für einen Parkplatz?
Der Aufwand richtet sich nach der Flächengröße und dem Umfang der Felduntersuchungen. Für einen mittelgroßen Parkplatz mit CBR-Tests und rechnerischer Dimensionierung bewegt sich der Preisrahmen zwischen €1.480 und €4.640, abhängig von der Anzahl der Aufschlüsse und der erforderlichen Belastungsklasse.
Wie wird die Frostsicherheit des Oberbaus in Dinslaken gewährleistet?
Die Frosteinwirkungszone II und die örtlichen Grundwasserstände erfordern eine Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus von 60 bis 70 cm. Das setzt sich zusammen aus Asphaltpaket, Tragschicht ohne Bindemittel und einer frostunempfindlichen Frostschutzschicht aus Kies-Sand-Gemischen der Körnung 0/32.